?
Aktuelles Raumakustik

Raumakustik verbessern Büro: Der umfassende Ratgeber für eine bessere Raumakustik

Raumakustik verbessern Büro heißt, Nachhall, Sprachverständlichkeit und Schallausbreitung gezielt auf den jeweiligen Raum abzustimmen. Hallende Räume, schwer verständliche Gespräche und eine dauerhaft hohe Geräuschkulisse sind typische Hinweise auf ungünstige akustische Bedingungen. Entscheidend sind unter anderem Raumgröße, Nutzung, Möblierung sowie die Oberflächen von Boden, Wand und Decke. Dieser Ratgeber erklärt, wie Nachhall entsteht, welche Messgrößen relevant sind und mit welchen Maßnahmen sich die Akustik eines Raumes wirksam verbessern lässt.

Grundlagen der Raumakustik

Was versteht man unter Raumakustik?

Raumakustik beschreibt, wie sich Schall innerhalb eines Raumes ausbreitet, reflektiert und abschwächt. Wie ein Raum klingt, hängt deshalb nicht allein von der Lautstärke einer Schallquelle ab. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Raumgröße, Oberflächen, Nutzung und Einrichtung.

Darstellung der Schallausbreitung und Schallreflexionen in einem Büroraum
Schall breitet sich von einer Schallquelle im Raum aus. Neben dem Direktschall entstehen Reflexionen an Wänden, Decke, Boden und Einrichtungsgegenständen, die den akustischen Eindruck eines Raumes maßgeblich beeinflussen.

Was passiert mit Schall im Raum?

Wird gesprochen, telefoniert oder Musik abgespielt, breiten sich Schallwellen von der Quelle in verschiedene Richtungen aus. Ein Teil des Schalls gelangt unmittelbar zum Zuhörer. Dieser Anteil wird als Direktschall bezeichnet. Andere Schallanteile treffen zunächst auf Wände, Decke, Boden, Fenster oder Möbel. Dort werden sie – abhängig von Material und Konstruktion – reflektiert, absorbiert oder gestreut. Die reflektierten Schallanteile erreichen das Ohr zeitlich verzögert und beeinflussen dadurch den akustischen Eindruck des gesamten Raumes. Werden besonders viele Schallwellen reflektiert und nur wenig absorbiert, klingt der Schall länger nach. Dieser Effekt wird als Nachhall bezeichnet. Zu viel Nachhall kann beispielsweise Gespräche schwerer verständlich machen und eine vorhandene Geräuschkulisse stärker wahrnehmbar werden lassen.

Oberflächen

Glas, Beton, Stein und andere harte Flächen reflektieren Schall anders als textile, poröse oder speziell schallabsorbierende Materialien.

Raumvolumen

Größe, Höhe und Geometrie eines Raumes beeinflussen die Wege, die Schallwellen zurücklegen, sowie die Entstehung und Dauer von Reflexionen.

Nutzung

Ein Besprechungsraum stellt andere akustische Anforderungen als ein Großraumbüro, Restaurant, Behandlungsraum oder privater Wohnbereich.

Einrichtung

Möbel, Vorhänge, Teppiche, Regale, Polster und Raumteiler beeinflussen, wie Schall reflektiert, gestreut oder absorbiert wird.

Sie beschäftigen sich mit der Akustik eines konkreten Raums?
Bei komplexeren Anforderungen kann eine fachliche Analyse sinnvoll sein.

Folgen Sie uns!

Folgen Sie uns auf Social Media, um sich inspirieren zu lassen und Neuigkeiten zu erhalten

   + Merken auf Pinterest    Pinterest Logo        

Helles Wohnzimmer mit moderner Einrichtung
Ursachen verstehen

Warum entsteht schlechte Raumakustik?

Schlechte Raumakustik entsteht meist dann, wenn ein Raum zu viel Schall reflektiert und zu wenig Schall absorbiert. Dabei wirken mehrere Faktoren zusammen: Materialien, Raumgröße, Möblierung, Grundriss und die Anzahl der gleichzeitig vorhandenen Schallquellen beeinflussen, wie lange Geräusche im Raum nachklingen und wie deutlich Sprache wahrgenommen wird.

Grundprinzip

Viele Reflexionen verlängern den Nachhall

Trifft Schall auf eine Raumoberfläche, wird ein Teil der Schallenergie reflektiert, ein Teil absorbiert und – abhängig von Oberfläche und Geometrie – teilweise gestreut. Befinden sich im Raum überwiegend harte und glatte Flächen, entstehen besonders viele Reflexionen.

Überlagern sich Direktschall und zahlreiche zeitlich versetzte Reflexionen, kann der Raum hallig, laut oder akustisch unruhig wirken. Besonders bei Gesprächen kann dadurch die Sprachverständlichkeit beeinträchtigt werden.

01

Harte Oberflächen

Glatte und schallharte Oberflächen absorbieren häufig nur einen vergleichsweise kleinen Teil der auftreffenden Schallenergie. Ein größerer Anteil wird in den Raum zurückgeworfen und kann weitere Reflexionen erzeugen.

Reflexion Nachhall
02

Glas, Beton und Stein

Große Fensterflächen, Sichtbeton, Naturstein und andere harte Materialien prägen viele moderne Innenräume. Akustisch können solche Flächen jedoch starke Reflexionen begünstigen, wenn ihnen keine ausreichend absorbierenden Materialien gegenüberstehen.

Glas Beton Stein
03

Große Raumvolumen

In großen oder hohen Räumen können Schallwellen längere Wege zurücklegen, bevor sie auf eine Oberfläche treffen. Raumhöhe, Volumen und Geometrie beeinflussen deshalb wesentlich, wie sich der Schall verteilt und wie lange er im Raum nachklingt.

Raumhöhe Volumen
04

Zu wenig absorbierende Materialien

Fehlen textile, poröse oder gezielt schallabsorbierende Flächen, kann Schall nur begrenzt aufgenommen werden. Besonders minimalistisch eingerichtete Räume mit wenigen Möbeln und vielen freien Flächen können deshalb akustisch problematisch sein.

Absorption Materialien
05

Offene Grundrisse

In offenen Räumen fehlen häufig bauliche Begrenzungen, die die Ausbreitung von Sprache und anderen Geräuschen reduzieren. Schall kann sich dadurch über größere Distanzen ausbreiten und unterschiedliche Nutzungsbereiche gegenseitig beeinflussen.

Open Space Schallausbreitung
06

Mehrere gleichzeitige Schallquellen

Gespräche, Telefonate, technische Geräte oder Hintergrundgeräusche können gleichzeitig auftreten. Je mehr Schallquellen vorhanden sind, desto komplexer wird die Geräuschsituation – besonders dann, wenn sich der Schall ungehindert im Raum ausbreiten kann.

Gespräche Geräuschkulisse
Als Nächstes

Um akustische Probleme richtig einzuordnen, ist zunächst die Unterscheidung zwischen Raumakustik und Bauakustik wichtig.

Moderne Besprechungsraum mit Tischen
Akustische Aufgaben unterscheiden

Raumakustik und Bauakustik: Was ist der Unterschied?

Wer die Raumakustik verbessern möchte, sollte zunächst klären, wo das akustische Problem entsteht. Raumakustik und Bauakustik beschäftigen sich beide mit Schall, betrachten jedoch unterschiedliche Wege und Wirkungen.

Innerhalb des Raums

Raumakustik

Was passiert mit Schall innerhalb des Raums?

Die Raumakustik beschreibt, wie sich Schall in einem Raum ausbreitet, reflektiert, absorbiert und verteilt. Sie beeinflusst unter anderem, wie lange ein Raum nachklingt und wie gut Sprache verstanden wird.

  • Nachhall und Nachhallzeit
  • Reflexionen an Wand, Decke und Boden
  • Schallabsorption und Schallverteilung
  • Sprachverständlichkeit im Raum
Typisches Beispiel

Ein Besprechungsraum hallt und Gespräche sind schwer verständlich. Das weist vor allem auf ein raumakustisches Problem hin.

Zwischen Räumen und nach außen

Bauakustik

Wie stark wird Schall zwischen Räumen oder nach außen übertragen?

Die Bauakustik betrachtet, wie Schall durch Bauteile wie Wände, Decken, Böden, Türen oder Fassaden übertragen wird. Im Mittelpunkt steht die Begrenzung störender Schallübertragung zwischen verschiedenen Bereichen.

  • Luftschalldämmung zwischen Räumen
  • Trittschall über Böden und Decken
  • Schallübertragung durch Bauteile
  • Schutz vor Geräuschen von außen
Typisches Beispiel

Gespräche aus dem Nachbarraum sind deutlich durch die Wand hörbar. Das ist in erster Linie ein bauakustisches Problem.

Schallreflexion verstehen

Wie entsteht Nachhall?

Nachhall entsteht, wenn Schall nach dem Verstummen einer Schallquelle durch wiederholte Reflexionen im Raum weiter hörbar bleibt. Neben dem Direktschall erreichen uns dabei zahlreiche zeitlich versetzte Schallanteile, die von Wänden, Decken, Böden und Einrichtungsgegenständen zurückgeworfen werden.

01

Direktschall

Zunächst breitet sich der Schall von seiner Quelle direkt in den Raum aus. Der Anteil, der den Zuhörer ohne vorherige Reflexion erreicht, wird als Direktschall bezeichnet.

02

Erste Reflexionen

Ein großer Teil des Schalls trifft auf Wände, Decke, Boden oder Möbel. Abhängig von Material und Oberfläche wird die Schallenergie teilweise reflektiert, absorbiert oder gestreut.

03

Wiederholte Reflexionen

Reflektierter Schall trifft erneut auf andere Raumflächen und wird dort wiederum teilweise zurückgeworfen. So entsteht eine Vielzahl zeitlich versetzter Reflexionen, die sich mit dem Direktschall und untereinander überlagern.

04

Abklingen des Schalls

Mit jeder Reflexion geht ein Teil der Schallenergie verloren. Der Schallpegel nimmt deshalb nach und nach ab. Die Zeit, die dieser Vorgang benötigt, bestimmt wesentlich die wahrgenommene Nachhallzeit eines Raumes.

Entscheidend für die Raumakustik

Warum kann eine lange Nachhallzeit problematisch sein?

Klingt Schall lange im Raum nach, treffen neue Sprach- oder Geräuschanteile auf bereits vorhandene Reflexionen. Dadurch können sich einzelne Schallereignisse stärker überlagern. Besonders bei Sprache kann dies die Verständlichkeit verschlechtern und dazu führen, dass ein Raum subjektiv lauter und unruhiger wahrgenommen wird.

Wie viel Nachhall sinnvoll ist, hängt jedoch von der Nutzung ab. Ein Besprechungsraum stellt andere Anforderungen als ein Konzertsaal, ein Großraumbüro oder ein privater Wohnraum. Ziel einer guten Raumakustik ist deshalb nicht möglichst wenig Nachhall, sondern eine zur jeweiligen Nutzung passende Nachhallzeit.

Schematische Darstellung Abklingen des Schallpegels
Schallpegel Zeit Schallquelle endet Schall klingt ab
Moderne Büroumgebung mit Glaswänden
Raumakustik beurteilen

Welche Messgrößen sind für die Raumakustik wichtig?

Ob ein Raum akustisch angenehm funktioniert, lässt sich nicht anhand eines einzigen Wertes beurteilen. Je nach Nutzung sind unter anderem Nachhallzeit, Schalldruckpegel, Sprachverständlichkeit und Frequenz relevant. Zusammengenommen helfen diese Größen dabei, die akustischen Eigenschaften eines Raumes zu beschreiben und mögliche Ursachen für Hall, hohe Geräuschpegel oder schlechte Sprachverständlichkeit einzuordnen.

01 Einheit: Sekunden (s)

Nachhallzeit

Wie lange bleibt Schall nach dem Verstummen einer Schallquelle im Raum bestehen?

Die Nachhallzeit gehört zu den zentralen Kenngrößen der Raumakustik. Sie beschreibt, wie schnell der Schallpegel nach dem Abschalten einer Schallquelle im Raum abnimmt. Vereinfacht gesagt zeigt sie, wie lange ein Raum nachklingt.

Viele harte und stark reflektierende Oberflächen können eine längere Nachhallzeit begünstigen. Schallabsorbierende Materialien entziehen dem Schallfeld dagegen Energie und können dazu beitragen, den Nachhall zu reduzieren.

Wichtig: Eine möglichst kurze Nachhallzeit ist nicht automatisch optimal. Welche Nachhallzeit sinnvoll ist, hängt unter anderem von Raumgröße und Nutzung ab.
Raumakustik verbessern: Nachhallzeit und Abklingen des Schalls im Raum
02 dB

Schalldruckpegel

Wie stark ist der Schall an einem bestimmten Ort?

Der Schalldruckpegel beschreibt die Stärke des Schalls an einem Messpunkt und wird üblicherweise in Dezibel angegeben. Er hilft dabei, Geräuschsituationen quantitativ zu erfassen.

Für die Beurteilung der Raumakustik reicht der Schalldruckpegel allein jedoch nicht aus. Ein Raum kann beispielsweise einen moderaten Pegel aufweisen und trotzdem durch ungünstigen Nachhall oder schlechte Sprachverständlichkeit akustisch problematisch sein.

03 STI

Sprachverständlichkeit

Wie deutlich kann gesprochene Sprache im Raum verstanden werden?

Die Sprachverständlichkeit beschreibt, wie gut Informationen aus gesprochener Sprache beim Zuhörer ankommen. Besonders in Besprechungsräumen, Schulungsräumen, Praxen und Büros ist sie ein wichtiger Aspekt der Raumakustik.

Starker Nachhall, Hintergrundgeräusche und störende Reflexionen können sich ungünstig auf die Verständlichkeit auswirken. Zur objektiveren Beurteilung kann beispielsweise der Speech Transmission Index (STI) herangezogen werden.

04 Hz

Frequenz

In welchem Frequenzbereich tritt der Schall auf?

Die Frequenz beschreibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde und wird in Hertz angegeben. Vereinfacht wahrgenommen unterscheiden wir dadurch unter anderem zwischen tiefen und hohen Tönen.

Für die Raumakustik ist die Frequenz besonders wichtig, weil Materialien Schall nicht bei allen Frequenzen gleich stark absorbieren. Ein Akustikelement kann bei mittleren und hohen Frequenzen sehr wirksam sein, während tieffrequenter Schall andere konstruktive Lösungen erfordern kann.

05 Gesamtwirkung

Hörsamkeit

Wie gut eignet sich ein Raum für seine vorgesehene akustische Nutzung?

Die Hörsamkeit betrachtet die akustische Eignung eines Raumes im Zusammenhang mit seiner Nutzung. Dabei spielen nicht nur einzelne Messwerte, sondern deren Zusammenspiel eine Rolle.

Raumgröße und -form, Nachhall, Hintergrundgeräusche, Oberflächen, Einrichtungsgegenstände und die vorgesehene Kommunikation beeinflussen, wie ein Raum akustisch wahrgenommen und genutzt werden kann.

Moderne Büroumgebung mit Fenstern
Schall im Raum verstehen

Wie breitet sich Schall im Raum aus?

Schall breitet sich von einer Schallquelle zunächst in verschiedene Richtungen aus. Auf seinem Weg trifft er auf Wände, Decken, Böden, Möbel und andere Flächen. Dabei kann Schall reflektiert, absorbiert, gestreut oder abgeschirmt werden. Genau diese Vorgänge bestimmen wesentlich, wie ein Raum akustisch wahrgenommen wird.

01 Direktschall direkter Weg
02 Absorption Energie aufnehmen
03 Streuung Schall verteilen
04 Abschirmung Schallweg begrenzen
01

Direktschall und Reflexionen

Der Direktschall erreicht einen Zuhörer auf direktem Weg von der Schallquelle. Gleichzeitig treffen andere Schallanteile auf Raumbegrenzungen und Einrichtungsgegenstände. Dort werden sie teilweise zurück in den Raum reflektiert.

Besonders harte und glatte Oberflächen wie Glas, Beton oder Stein können ausgeprägte Reflexionen erzeugen. Diese erreichen das Ohr zeitlich verzögert und überlagern sich mit dem Direktschall. Viele wiederholte Reflexionen können dadurch den Nachhall eines Raumes verlängern.

02

Schallabsorption

Bei der Schallabsorption wird ein Teil der auftreffenden Schallenergie von einem Material aufgenommen und in andere Energieformen, überwiegend Wärme, umgewandelt. Dadurch gelangt weniger Schallenergie als Reflexion zurück in den Raum.

Wie wirksam ein Material absorbiert, hängt unter anderem von seinem Aufbau, seiner Dicke, dem Abstand zur dahinterliegenden Fläche und der Frequenz des Schalls ab. Deshalb wirken Akustikmaterialien nicht automatisch bei allen Frequenzen gleich.

03

Schallstreuung

Nicht jede Oberfläche reflektiert Schall gebündelt in eine einzelne Richtung. Strukturierte, unregelmäßige oder unterschiedlich ausgerichtete Flächen können eintreffenden Schall in mehrere Richtungen verteilen. Dieser Vorgang wird als Schallstreuung beziehungsweise Diffusion bezeichnet.

Schallstreuung reduziert die Schallenergie nicht in gleicher Weise wie Absorption. Sie verändert vielmehr deren räumliche Verteilung und kann dazu beitragen, einzelne ausgeprägte Reflexionen zu vermeiden und ein gleichmäßigeres Schallfeld zu erzeugen.

04

Abschirmung und Schallschirme

Schallschirme, Stellwände oder Raumteiler können den direkten Ausbreitungsweg zwischen einer Schallquelle und einem Empfänger unterbrechen. Hinter einem ausreichend dimensionierten Schirm entsteht dadurch ein Bereich, in dem der direkte Schall reduziert ankommt.

Besonders in offenen Büroflächen kann eine Kombination aus Abschirmung und Schallabsorption sinnvoll sein. Entscheidend sind dabei unter anderem Höhe, Position, Material und die räumliche Beziehung zwischen Schallquelle, Schirm und Empfänger.

Moderne Büroumgebung mit Pflanzen
Schall im Raum verstehen

Wie breitet sich Schall im Raum aus?

Schall breitet sich von einer Schallquelle zunächst in verschiedene Richtungen aus. Auf seinem Weg trifft er auf Wände, Decken, Böden, Möbel und andere Flächen. Dabei kann Schall reflektiert, absorbiert, gestreut oder abgeschirmt werden. Genau diese Vorgänge bestimmen wesentlich, wie ein Raum akustisch wahrgenommen wird.

01 Direktschall direkter Weg
02 Absorption Energie aufnehmen
03 Streuung Schall verteilen
04 Abschirmung Schallweg begrenzen
01

Direktschall und Reflexionen

Der Direktschall erreicht einen Zuhörer auf direktem Weg von der Schallquelle. Gleichzeitig treffen andere Schallanteile auf Raumbegrenzungen und Einrichtungsgegenstände. Dort werden sie teilweise zurück in den Raum reflektiert.

Besonders harte und glatte Oberflächen wie Glas, Beton oder Stein können ausgeprägte Reflexionen erzeugen. Diese erreichen das Ohr zeitlich verzögert und überlagern sich mit dem Direktschall. Viele wiederholte Reflexionen können dadurch den Nachhall eines Raumes verlängern.

02

Schallabsorption

Bei der Schallabsorption wird ein Teil der auftreffenden Schallenergie von einem Material aufgenommen und in andere Energieformen, überwiegend Wärme, umgewandelt. Dadurch gelangt weniger Schallenergie als Reflexion zurück in den Raum.

Wie wirksam ein Material absorbiert, hängt unter anderem von seinem Aufbau, seiner Dicke, dem Abstand zur dahinterliegenden Fläche und der Frequenz des Schalls ab. Deshalb wirken Akustikmaterialien nicht automatisch bei allen Frequenzen gleich.

03

Schallstreuung

Nicht jede Oberfläche reflektiert Schall gebündelt in eine einzelne Richtung. Strukturierte, unregelmäßige oder unterschiedlich ausgerichtete Flächen können eintreffenden Schall in mehrere Richtungen verteilen. Dieser Vorgang wird als Schallstreuung beziehungsweise Diffusion bezeichnet.

Schallstreuung reduziert die Schallenergie nicht in gleicher Weise wie Absorption. Sie verändert vielmehr deren räumliche Verteilung und kann dazu beitragen, einzelne ausgeprägte Reflexionen zu vermeiden und ein gleichmäßigeres Schallfeld zu erzeugen.

04

Abschirmung und Schallschirme

Schallschirme, Stellwände oder Raumteiler können den direkten Ausbreitungsweg zwischen einer Schallquelle und einem Empfänger unterbrechen. Hinter einem ausreichend dimensionierten Schirm entsteht dadurch ein Bereich, in dem der direkte Schall reduziert ankommt.

Besonders in offenen Büroflächen kann eine Kombination aus Abschirmung und Schallabsorption sinnvoll sein. Entscheidend sind dabei unter anderem Höhe, Position, Material und die räumliche Beziehung zwischen Schallquelle, Schirm und Empfänger.

Moderne Büroeinrichtung mit Akustikpaneelen
Raumakustik verbessern

Wie lässt sich die Raumakustik verbessern?

Eine gute Raumakustik entsteht nicht durch eine einzelne Maßnahme. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Schallabsorption, Positionierung, Einrichtung und Raumgliederung. Je nach Raumgröße, Nutzung und vorhandenen Oberflächen können unterschiedliche Lösungen sinnvoll sein.

Schallabsorption erhöhen

Harte und glatte Oberflächen wie Glas, Beton, Stein oder verputzte Wände reflektieren einen großen Teil des auftreffenden Schalls zurück in den Raum. Dadurch entstehen zusätzliche Reflexionen und der Nachhall kann sich verlängern.

Schallabsorbierende Materialien nehmen einen Teil der Schallenergie auf und reduzieren die Reflexionen. Gespräche können dadurch klarer wahrgenommen werden und der Raum wirkt akustisch ruhiger.

Wichtig: Die Wirkung eines Absorbers ist frequenzabhängig. Ein Material kann hohe Frequenzen sehr gut absorbieren, während es bei tiefen Frequenzen deutlich weniger wirksam ist.

Wandflächen akustisch nutzen

Freie Wandflächen eignen sich gut, um zusätzliche Absorption in einen Raum zu integrieren. Besonders wirksam können Flächen sein, an denen relevante Schallreflexionen auftreten.

  • Wandabsorber
  • textile Akustikpaneele
  • PET-Filz-Paneele
  • perforierte, akustisch wirksame Holzoberflächen
  • Akustikbilder und bedruckte Absorber

Akustikelemente müssen dabei nicht wie technische Einbauten wirken. Materialien, Farben und Formate können auf die vorhandene Innenarchitektur abgestimmt werden.

Deckenflächen einbeziehen

Gerade in Büros, Besprechungsräumen oder Räumen mit großen Fensterflächen steht an den Wänden häufig nur wenig Platz für Absorber zur Verfügung. In solchen Fällen kann die Decke eine besonders wertvolle Akustikfläche darstellen.

  • Deckensegel
  • Akustikdecken
  • vertikale Baffles
  • abgehängte Akustikabsorber

Je nach System lassen sich Akustik, Beleuchtung und Deckengestaltung auch miteinander kombinieren.

Die Einrichtung mit einbeziehen

Auch die Möblierung beeinflusst die akustischen Eigenschaften eines Raums. Eine vollständig reduzierte Einrichtung mit vielen harten Oberflächen verhält sich akustisch anders als ein Raum mit textilen und schallstreuenden Elementen.

  • Polstermöbel und gepolsterte Sitzbereiche
  • Vorhänge und textile Flächen
  • Teppiche und textile Bodenbeläge
  • Regale und strukturierte Möbeloberflächen
  • akustisch wirksame Trennwände

Solche Elemente können eine gezielte Akustikplanung ergänzen, ersetzen jedoch nicht automatisch ausreichend dimensionierte Schallabsorber.

Schallausbreitung begrenzen

Nicht nur die Nachhallzeit ist entscheidend. Besonders in offenen Büroflächen spielt auch eine Rolle, wie weit sich Gespräche und andere Geräusche im Raum ausbreiten. Eine sinnvolle Raumgliederung kann helfen, störende Schallübertragungen zwischen unterschiedlichen Nutzungsbereichen zu reduzieren.

01
Zonierung

Kommunikations-, Besprechungs- und Konzentrationsbereiche räumlich sinnvoll strukturieren.

02
Stellwände

Direkte Schallwege zwischen Arbeitsplätzen oder Nutzungsbereichen unterbrechen.

03
Raumteiler

Gliederung und Schallabsorption können in einem Element miteinander kombiniert werden.

04
Abstand schaffen

Geräuschintensive Bereiche möglichst von konzentrierten Arbeitszonen trennen.

Moderne Einrichtung mit buntem Wanddesign
Raumakustik gezielt verbessern

Welche Schallabsorber gibt es?

Schallabsorber nehmen einen Teil der auftreffenden Schallenergie auf, reduzieren Reflexionen im Raum und können dadurch die Raumakustik verbessern. Welche Lösung geeignet ist, hängt von Frequenzbereich, Raumgröße, Nutzung und Gestaltung ab. Die wichtigsten Absorberarten unterscheiden sich in Aufbau, Wirkungsweise und Einbauort.

Poröse Absorber

Poröse Materialien wandeln die Bewegung der Luftteilchen in sehr geringe Wärmemengen um. Dazu zählen Mineralwolle, textile Absorber, Akustikschaum und PET-Filz. Sie wirken vor allem im mittleren und hohen Frequenzbereich. Materialstärke und Wandabstand können die Wirkung zu tieferen Frequenzen erweitern.

  • breitbandig
  • flexibel einsetzbar
  • materialabhängige Wirkung
Poröser Schallabsorber für die Raumakustik

Resonanzabsorber

Resonanzabsorber sind auf bestimmte Frequenzbereiche abgestimmt. Platten-, Membran- oder Helmholtzabsorber reagieren auf den eintreffenden Schall und können besonders tieffrequente Probleme gezielt mindern. Ihre Auslegung erfordert genaue Kenntnisse über die störenden Frequenzen und den vorhandenen Aufbau.

  • gezielte Abstimmung
  • auch für tiefe Frequenzen
  • präzise Planung
Resonanzabsorber zur gezielten Beeinflussung tiefer Frequenzen

Wandabsorber und Akustikpaneele

Wandabsorber reduzieren Reflexionen an vertikalen Flächen und lassen sich gezielt an akustisch relevanten Positionen anordnen. Akustikpaneele verbinden die schallabsorbierende Funktion häufig mit Holz, Textil oder Filz. Entscheidend ist der geprüfte Gesamtaufbau, nicht allein die sichtbare Oberfläche.

  • gezielte Platzierung
  • gestalterisch integrierbar
  • verschiedene Oberflächen
Raumakustik verbessern mit Wandabsorbern und Akustikpaneelen

Deckensegel und Akustikdecken

Deckensegel nutzen freie Deckenflächen, ohne den gesamten Raumabschluss zu verändern. Je nach Konstruktion können mehrere Oberflächen akustisch wirksam sein. Durchgehende Akustikdecken schaffen dagegen eine ruhige, flächige Lösung und können Beleuchtung sowie technische Einbauten aufnehmen.

  • große wirksame Fläche
  • freie Wandgestaltung
  • integrierbare Technik
Deckensegel und Akustikdecke zur Schallabsorption

Baffles und abgehängte Absorber

Baffles werden meist senkrecht von der Decke abgehängt. Dadurch können mehrere Seiten schallwirksam bleiben. Die Lösung eignet sich besonders für hohe Räume, offene Decken und Bereiche mit Installationen, die sichtbar oder zugänglich bleiben sollen. Abstände, Höhe und Ausrichtung beeinflussen die akustische Wirkung.

  • mehrseitig wirksam
  • für offene Decken
  • modular anordenbar
Baffles und abgehängte Absorber unter einer offenen Decke

Akustisch wirksame Möbel und Raumteiler

Gepolsterte Sitzmöbel, absorbierende Schrankfronten und mobile Raumteiler können die Raumakustik ergänzen. Sie verbinden Möblierung, Zonierung und Schallabsorption, ersetzen jedoch nicht automatisch eine rechnerisch oder messtechnisch abgestimmte Gesamtlösung. Besonders in offenen Bereichen ermöglichen sie flexible Anpassungen.

  • flexible Zonierung
  • funktionale Doppelnutzung
  • ergänzende Wirkung
Akustisch wirksame Möbel und Raumteiler zur flexiblen Zonierung
Position und Verteilung

Wo sollten Akustikelemente angebracht werden?

Wer die Raumakustik verbessern möchte, sollte nicht nur die Menge der Absorptionsfläche betrachten. Ebenso wichtig ist, wo Akustikpaneele angebracht und Schallabsorber platziert werden. Die Position sollte immer zu Schallquelle, Reflexionswegen, Arbeitsplätzen und Nutzung des Raumes passen.

Wand oder Decke?

Die Decke bietet häufig die größte freie Fläche. Wandabsorber können dagegen seitliche Reflexionen und Flatterechos zwischen harten, parallelen Flächen reduzieren. Welche Ebene geeigneter ist, hängt von Raumgeometrie, Möblierung und verfügbaren Flächen ab. Oft ist eine abgestimmte Kombination sinnvoll.

Reflexionsflächen gezielt behandeln

Große Flächen aus Glas, Beton, Putz oder Holz werfen Schall in den Raum zurück. Akustikelemente sollten deshalb dort vorgesehen werden, wo störende Reflexionen tatsächlich entstehen – nicht ausschließlich an gestalterisch freien Stellen. Besonders relevant sind frühe Reflexionen und gegenüberliegende harte Flächen.

Akustikelemente gleichmäßig verteilen

Eine ausgewogene Verteilung vermeidet stark bedämpfte Inseln neben akustisch harten Bereichen. Gleichmäßig bedeutet dabei nicht zwingend symmetrisch: Die Anordnung folgt den tatsächlichen Nutzungszonen, Schallwegen und Reflexionsflächen. So entsteht eine konsistente Wirkung im relevanten Raumbereich.

Nähe zu Schallquellen berücksichtigen

Absorber in der Nähe wiederkehrender Schallquellen können die frühe Ausbreitung begrenzen. Das betrifft beispielsweise Kommunikationsbereiche, technische Geräte oder intensiv genutzte Arbeitszonen. Notwendige Kommunikation muss dabei erhalten bleiben; die Einzelmaßnahme ist stets im Zusammenhang mit dem gesamten Raum zu bewerten.

Deckenelemente über Arbeitsgruppen

Deckensegel oder akustisch wirksame Deckenfelder lassen sich gezielt über zusammengehörigen Arbeitsgruppen anordnen. Dort reduzieren sie Reflexionen oberhalb der Aufenthaltszone und unterstützen die akustische Zonierung. Beleuchtung, Lüftung, Brandschutz und Revisionsflächen sind in die Positionierung einzubeziehen.

Trennwände zwischen Arbeitsplätzen

Ausreichend hohe und möglichst beidseitig absorbierende Trennwände können den direkten Schallweg zwischen Arbeitsplätzen unterbrechen. Ihre Wirkung hängt von Höhe, Länge und Position ab. Eine stark reflektierende Decke kann Schall über niedrige Abschirmungen hinwegtragen und deren Nutzen begrenzen.

Keine pauschale Prozentregel

Aussagen wie „ein bestimmter Prozentsatz der Bodenfläche genügt“ sind ohne weitere Angaben nicht belastbar. Der Bedarf hängt von Raumvolumen, Nutzung, Oberflächen, Möblierung, Frequenzbereich und Absorptionsleistung ab. Entscheidend ist das angestrebte akustische Ergebnis – etwa eine passende Nachhallzeit oder Schallausbreitung – und nicht allein eine Flächenquote.

Grüne Wände und Teppichboden.
Büroakustik nach Nutzung planen

Raumakustik im Büro verbessern

Wer im Büro die Raumakustik verbessern möchte, sollte Kommunikation, Konzentration und Vertraulichkeit gemeinsam betrachten. Welche Maßnahmen sinnvoll sind, hängt vom Bürokonzept und den tatsächlichen Tätigkeiten ab: Ein Einzelbüro stellt andere Anforderungen als ein Open-Space-Büro oder ein Besprechungsraum.

Grafische Darstellung einer akustisch optimierten Besprechungszone mit wandintegrierten Absorberelementen
Beispiel einer integrierten Akustiklösung mit gestalterisch eingebundenen Wandflächen.
01 Einzel- und Mehrpersonenbüros
02 Open-Space-Büros
03 Besprechungsräume
04 Kommunikation und Konzentration

Einzel- und Mehrpersonenbüros

Im Einzelbüro stehen Ruhe und eine kontrollierte Nachhallzeit im Vordergrund. In Mehrpersonenbüros kommt die gegenseitige Störung durch Gespräche, Telefonate und Bewegungen hinzu. Absorbierende Flächen, Abstand und gezielte Abschirmungen helfen, die Schallausbreitung zu begrenzen.

Akustischer Fokus
  • Telefonate begrenzen
  • Arbeitsplätze abschirmen
  • Nachhall kontrollieren

Open-Space-Büros

In offenen Bürolandschaften reicht eine kurze Nachhallzeit allein nicht aus. Entscheidend ist, wie weit verständliche Sprache in benachbarte Bereiche getragen wird. Zonierung, wirksame Deckenflächen, Abschirmungen und Rückzugsräume wirken hier im Zusammenspiel.

Akustischer Fokus
  • Sprache räumlich begrenzen
  • Teams sinnvoll gruppieren
  • Rückzugsräume vorsehen

Besprechungsräume

In Besprechungsräumen soll Sprache klar verständlich sein, ohne lange nachzuklingen. Gleichmäßig verteilte Absorption an Decke und geeigneten Wandflächen reduziert störende Reflexionen. Auch Raumgröße, Teilnehmerzahl und Medientechnik sollten mitgedacht werden.

Akustischer Fokus
  • Sprachverständlichkeit sichern
  • Reflexionen reduzieren
  • Medientechnik einbeziehen

Kommunikation und Konzentration

Kommunikations- und Konzentrationsbereiche benötigen unterschiedliche akustische Bedingungen. Austauschzonen dürfen lebendig sein, sollten ihren Schall aber nicht unkontrolliert in ruhige Bereiche tragen. Gute Büroakustik trennt deshalb nicht nur visuell, sondern auch akustisch.

Akustischer Fokus
  • Nutzungen klar zonieren
  • Schallwege unterbrechen
  • Ruhezonen schützen
Drei Prinzipien
Zonieren Ähnliche Tätigkeiten räumlich zusammenführen und akustisch voneinander absetzen.
Absorbieren Nachhall und Reflexionen passend zur Nutzung über Wand-, Decken- und Einrichtungselemente reduzieren.
Abschirmen Direkte Schallwege zwischen kommunikativen und ruhigen Bereichen gezielt begrenzen.
Moderne Büroumgebung mit Trennwänden
Akustik-Check

7 häufige Fehler bei der Optimierung der Raumakustik

Wer die Raumakustik verbessern möchte, sollte Akustikelemente nicht isoliert betrachten. Für eine verlässliche Wirkung müssen Material, Fläche, Frequenzbereich, Position und Nutzung zusammenpassen. Die folgenden sieben Fehler führen besonders häufig zu unzureichenden Ergebnissen.

Nur dekorative Akustikpaneele auswählen

Eine gerillte, textile oder lamellenartige Oberfläche ist nicht automatisch ein wirksamer Schallabsorber. Entscheidend ist der geprüfte Gesamtaufbau aus Oberfläche, absorbierendem Material, Materialstärke und möglichem Wandabstand.

Prüfpunkt Absorptionsdaten und Aufbau statt allein die Produktoptik vergleichen.

Zu wenig wirksame Fläche einsetzen

Einzelne Paneele können optisch präsent sein und dennoch zu wenig Absorption für den gesamten Raum bereitstellen. Der tatsächliche Bedarf richtet sich unter anderem nach Raumvolumen, vorhandenen Oberflächen, Möblierung und angestrebter Nachhallzeit.

Prüfpunkt Erforderliche Absorptionsfläche rechnerisch oder messtechnisch bestimmen.

Frequenzabhängigkeit ignorieren

Absorber wirken nicht bei allen Frequenzen gleich. Dünne poröse Materialien reduzieren häufig mittlere und hohe Frequenzen besser als tiefe. Werden nur Durchschnittswerte betrachtet, kann der Raum trotz Maßnahme in einzelnen Frequenzbereichen unausgewogen bleiben.

Prüfpunkt Frequenzabhängige Absorptionswerte passend zum akustischen Problem bewerten.

Absorber ungünstig positionieren

Selbst geeignete Produkte bleiben unter ihren Möglichkeiten, wenn sie relevante Reflexionsflächen und Schallwege nicht erreichen. Die Position sollte sich an Schallquellen, Raumgeometrie, frühen Reflexionen und den zu schützenden Aufenthaltsbereichen orientieren.

Prüfpunkt Elemente nach akustischer Aufgabe und nicht nur nach freier Wandfläche anordnen.

Nur Wand oder nur Decke betrachten

Decke und Wände übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Eine Akustikdecke kann eine große Grundabsorption schaffen; Wandabsorber reduzieren gezielt seitliche Reflexionen oder Flatterechos. Welche Kombination sinnvoll ist, ergibt sich aus dem gesamten Raum und seinen verfügbaren Flächen.

Prüfpunkt Alle Raumbegrenzungsflächen und akustisch wirksamen Einbauten gemeinsam bilanzieren.

Raumakustik und Schalldämmung verwechseln

Raumakustik beschreibt das Schallverhalten innerhalb eines Raumes. Schalldämmung begrenzt dagegen die Übertragung zwischen Räumen oder nach außen. Ein Wandabsorber kann den Nachhall reduzieren, beseitigt aber nicht automatisch eine unzureichende Schalldämmung der Wand.

Prüfpunkt Zuerst klären, ob Reflexionen im Raum oder Schallübertragung das Problem verursachen.

Nutzung des Raumes nicht berücksichtigen

Ein Besprechungsraum benötigt gute Sprachverständlichkeit, ein offenes Büro zusätzlich eine begrenzte Sprachausbreitung und ein Wohnraum eine ausgewogene Hörsamkeit. Ohne klares Nutzungsprofil fehlen belastbare Zielwerte für Auswahl, Menge und Position der Maßnahmen.

Prüfpunkt Raumart, Belegung, Tätigkeiten und gewünschte Hörsituation vorab definieren.

Heller Raum mit modernen Möbeln.
Von der Einschätzung zur belastbaren Grundlage

Wann ist eine professionelle Akustikmessung sinnvoll?

Nicht jede akustische Frage erfordert sofort eine Messung. Bei überschaubaren Räumen und eindeutig erkennbaren Ursachen kann eine fachlich begründete Einschätzung ausreichen. Je komplexer Raum, Nutzung und Zielsetzung werden, desto wichtiger sind belastbare Kennwerte.

Überschaubare Situation

Wann kann eine einfache Einschätzung ausreichen?

Eine erste Beurteilung ist häufig möglich, wenn Raum und Nutzung klar definiert sind und die Ursache – etwa große schallharte Flächen oder fehlende Absorption – offensichtlich ist.

  • kleiner oder geometrisch einfacher Raum
  • eindeutige Nutzung und geringe Belegung
  • klar erkennbare Reflexionsflächen
  • keine erhöhten normativen oder funktionalen Anforderungen
Komplexe Situation

Wann ist eine Akustikmessung sinnvoll?

Eine professionelle Messung schafft Klarheit, wenn mehrere Einflussgrößen zusammenwirken, konkrete Zielwerte einzuhalten sind oder Maßnahmen präzise dimensioniert werden müssen.

  • große Büroflächen und Open-Space-Büros
  • hohe Anforderungen an Sprachverständlichkeit oder Vertraulichkeit
  • unklare Ursachen in problematischen Bestandsräumen
  • Umbauten mit veränderter Nutzung oder Raumgeometrie
Anwendungsfall 01

Büroflächen und Open Space

In offenen Büroflächen reicht die Nachhallzeit als alleinige Betrachtung häufig nicht aus. Auch die räumliche Ausbreitung verständlicher Sprache, die Wirkung von Abschirmungen und die Trennung unterschiedlicher Tätigkeitszonen können relevant sein.

Anwendungsfall 02

Problematische Bestandsräume und Umbauten

In Bestandsräumen sind Materialien, Hohlräume oder frühere Maßnahmen nicht immer vollständig dokumentiert. Vor einem Umbau kann die Erfassung des Ist-Zustands helfen, Ursachen einzugrenzen und neue Akustikmaßnahmen auf die veränderte Nutzung abzustimmen.

Was kann eine Akustikmessung ermitteln?

Der genaue Messumfang richtet sich nach Raumart und Fragestellung. Je nach Aufgabe lassen sich unter anderem folgende Größen erfassen und bewerten:

Nachhallzeit Dauer des Abklingens in relevanten Frequenzbereichen
Frequenzverlauf Unterschiede der akustischen Wirkung über das Spektrum
Schallausbreitung Abnahme des Schallpegels mit zunehmender Entfernung
Sprachverständlichkeit Verständlichkeit oder Ablenkung durch Sprache im Raum
Raumakustik in die Planung integrieren ARVE verbindet Innenarchitektur, Innenausbau und die Leistungen der Schreinerei München zu einem abgestimmten Raumkonzept.
Projekt besprechen
Moderne Café-Umgebung mit Hängesesseln
Kompakt beantwortet

Häufige Fragen zur Raumakustik

Die folgenden Antworten zeigen, wie Sie die Raumakustik verbessern und akustische Maßnahmen sinnvoll planen, integrieren und überprüfen können – von tiefen Frequenzen bis zur Erfolgskontrolle.

Kann ein Raum auch akustisch zu stark gedämpft werden?

Ja. Zu viel oder sehr ungleichmäßig verteilte Absorption kann einen Raum akustisch trocken und unnatürlich wirken lassen. Ziel ist deshalb nicht die kürzestmögliche Nachhallzeit, sondern eine zur Nutzung passende Balance aus Absorption, Reflexion und gegebenenfalls Streuung.

Warum bleiben Gespräche störend, obwohl die Nachhallzeit bereits kurz ist?

Eine kurze Nachhallzeit reduziert Reflexionen, unterbricht aber nicht den direkten Schallweg zwischen Personen. Verständliche Sprache kann dadurch weiterhin ablenken. Besonders in offenen Büros sind deshalb zusätzlich Zonierung, Abstand, Abschirmung und Rückzugsbereiche wichtig.

Warum sind tiefe Frequenzen schwieriger zu absorbieren?

Tiefe Frequenzen besitzen lange Wellenlängen und werden von dünnen, porösen Materialien meist nur begrenzt aufgenommen. Für eine gezielte Wirkung sind häufig größere Materialstärken, ein wirksamer Abstand zur Begrenzungsfläche oder abgestimmte Resonanzabsorber erforderlich.

Welchen Einfluss haben Materialstärke und Abstand zur Wand oder Decke?

Größere Materialstärken und ein geeigneter Luftabstand können die Wirkung poröser Absorber zu tieferen Frequenzen erweitern. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom vollständigen Produktaufbau ab. Maßgeblich sind daher geprüfte, frequenzabhängige Absorptionswerte und nicht allein die sichtbare Dicke.

Wie wirken sich große Glasflächen und hohe Decken auf die Raumakustik aus?

Glas reflektiert einen großen Teil des auftreffenden Schalls. Hohe Räume besitzen zusätzlich mehr Volumen und längere Schallwege. Beides ist nicht automatisch problematisch, erfordert aber häufig eine gezielte Verteilung wirksamer Flächen an Decke, Wänden oder frei im Raum.

Lassen sich Akustikmaßnahmen nachträglich ohne vollständigen Umbau integrieren?

Ja. Wandabsorber, Deckensegel, Baffles, mobile Trennwände und akustisch wirksame Möbel können häufig nachgerüstet werden. Vor der Auswahl sollten Tragfähigkeit, verfügbare Flächen, Leitungsführung, Beleuchtung und Brandschutz geprüft werden, damit Wirkung und Einbau zusammenpassen.

Wie kann die Wirkung eingebauter Akustikmaßnahmen überprüft werden?

Ein Vorher-nachher-Vergleich kann die Veränderung objektiv dokumentieren. Je nach Raum werden beispielsweise Nachhallzeit, Frequenzverlauf, Schallpegelabnahme oder Sprachverständlichkeit erfasst. Die Wahrnehmung der Nutzer ergänzt diese Kennwerte, ersetzt eine fachgerechte Messung bei komplexen Anforderungen jedoch nicht.

Was muss bei der Abstimmung mit Beleuchtung, Lüftung und Brandschutz berücksichtigt werden?

Akustikelemente dürfen Leuchten, Luftauslässe, Sprinkler, Rauchmelder und notwendige Revisionsflächen nicht unzulässig beeinträchtigen. Zusätzlich sind Befestigung, Materialklassifizierung und erforderliche Abstände zu berücksichtigen. Eine frühe Koordination vermeidet spätere Konflikte und unnötige Änderungen.

Wie früh sollte die Raumakustik bei einem Neubau oder Umbau geplant werden?

Möglichst bereits während der Grundriss-, Decken- und Materialplanung. Dann lassen sich Raumaufteilung, technische Installationen und akustisch wirksame Flächen gemeinsam entwickeln. Eine Nachrüstung bleibt möglich, ist aber häufig stärker durch vorhandene Oberflächen und Einbauten begrenzt.

Wovon hängen die Kosten einer Raumakustik-Optimierung ab?

Wesentliche Faktoren sind Raumgröße, akustischer Ausgangszustand, Zielwerte, erforderliche Absorptionsfläche, Produktauswahl, Befestigung und Montagezugang. Auch Messung, Sonderanfertigungen und die Integration in Decken, Wände oder Möbel beeinflussen den Aufwand. Ein reiner Quadratmeterpreis bildet diese Unterschiede deshalb nur unvollständig ab.

Können Akustikelemente unauffällig oder passend zur Innenarchitektur gestaltet werden?

Ja. Möglich sind unter anderem flächenbündige Akustikdecken, textile Wandflächen, perforierte Oberflächen, integrierte Möbelelemente oder individuell gefertigte Holzverkleidungen. Entscheidend bleibt der akustisch wirksame Gesamtaufbau hinter der sichtbaren Gestaltung – auch bei maßgefertigten Lösungen aus der Schreinerei München.

Akustiklösung eines Aufenthaltsraumes in einem Büro